Ich mache eine Blog-Pause!
Pause
9. September 2011Urlaubskolumne V: Lektüre
9. September 2011Endlich mal wieder Zeit zu lesen! In freudiger Erwartung meines Familie-Erholungs-Urlaubs (geht das in einem Wort ohne logische Brüche?) packte ich 5 dicke und 1 dünnes Buch ein: 3 dicke und ein dünnes Buch habe ich geschafft: Ja! Den Inhalt des dünnen Buches habe ich bereits im ersten Teil der Kolumne wiedergegeben. Die drei dicken Bücher stelle ich heute kurz vor.
Das erste habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen. Es handelt sich um das Buch „Marina“ von Carl Luis Zafón, einen spanischen Schriftsteller, dessen Geschichten meist in Barcelona spielen, wobei er ein düsteres und geheimnisvolles Bild von Barcelona zeichnet. So auch in diesem Buch. Doch diese Wiederholung ist nicht langweilig, es ist mehr eine vertraute Wiederbegegnung, denn die Geschichte ist wirklich spannend. Es geht um Oscár, der auf eine Jesuitenschule geht und die gleichaltrige Marina kennen lernt, die mit ihrem Vater in einer zunächst verlassen erscheinenden Villa in Barcelona lebt. Gemeinsam begeben sich beide auf die Spuren einer Dame, die allmonatlich auf dem Friedhof eine rote Rose an einem Grab hinterlegt. Sie decken auf, dass der Mann, für den sie die Rose hinterlegt, ihr verstorbener Mann ist, der einst versuchte mittels mechanischer Erfindungen den Tod zu besiegen. Dazu bedient er sich eines Elexiers, das er aus einer Essenz des Schmetterlings namens Teufel gemacht ist. Ich muss hier automatisch an die Fliege-Essenz denken (die der TV-Pfarrer verkauft), nur dass das die böse Variante ist. Das klingt alles furchtbar kitschig, aber Zafón schafft es das nicht so rüberkommen zu lassen. Zumal er die Geschichte von Oscár und Marina geschickt mit der Geschichte um die dunklen Machenschaften verknüpft, die die beiden aufdecken. Denn auch Marina ist dem Tode geweiht und versucht dies zu leugnen. Fazit: es ist ein spannendes Buch, das sich gut liest. Zafón setzt sich wie immer mit der Technisierbarkeit und der Beherrschbarkeit von Leben und Tod auseinander. Implizit knüpft er das Ganze an biblische Themen (die wiederkehrenden Motive von Teufel, Dunkelheit versus Engelsgleichheit und Reinheit erinnern daran). Aber das Ganze wirkt nicht belehrend oder moralisierend, sondern ist in einer wunderbaren Sprache geschrieben (und hier kann man wohl auch den Übersetzer loben).
Das zweite Buch, das ich gelesen habe ist „Die Erfindung des Lebens“ von Hanns-Josef Ortheil. Dieses Buch, ich schicke es voraus, ist mein Highlight gewesen. In einer wunderbar fesselnden Sprache beschreibt der Autor den Weg seines Protagonisten Johannes Catt von einem stummen Jungen zu einem gefeierten Autoren – es ist also ein autobiographischer Roman. Im Rom der Gegenwart sitzt der schätzungsweise 50jährige Schriftsteller Johannes Catt und denkt über seine Kindheit in Köln und im Westerwald nach. Seine Mutter ist nach dem Tod von ihren vier älteren Kindern durch den zweiten Weltkrieg und tragische Unglücksfälle danach bereits verstummt als Johannes auf die Welt kommt. Auch er spricht nicht, obwohl er sehr gut hört. Im ersten Drittel erzählt der Autor wie Johannes das Nicht-Sprechen zunächst als normal empfindet, aber dennoch die musternden Blicke anderer (beim Einkaufen) und die Ausgrenzung (auf dem Spielplatz) spürt. Nur wenige behandeln ihn normal. Mit fünf Jahren entdeckt Johannes das Klavier als Möglichkeit der Kommunikation und beginnt umgehend mehrere Stunden am Tag zu üben. In der Schule jedoch eskaliert die Situation aufgrund seines Stummseins schließlich derart, dass der Vater ihn nach einigen Wochen herausnimmt, sich von seiner Arbeit beurlauben lässt und mit ihm zu seinen westerwälder Eltern fährt, wo er auf nachmittäglichen Wanderungen und Naturbeobachtungen versucht herauszufinden, wie mit Johannes zu kommunizieren sei. Schließlich lernt Johannes Schreiben und ganz allmählich auch sprechen. Auch seine Mutter gewinnt die Sprache wieder, Johannes geht wieder zur Schule und wird weiter musikalisch sehr gefördert. Im weiteren Verlauf erfährt man wie die musikalische Förderung immer mehr Raum in seinem Leben einnimmt und er schließlich als junger Mann nach Rom geht, um dort Musik zu studieren und wie er sich dann aufgrund von Sehnenscheidentzündungen entscheiden muss, das Klavierspiel aufzugeben und nach einem neuen Lebensweg sucht. Verknüpft ist diese Erzählung mit den Reflexionen des Schriftstellers in Rom über seinen Werdegang und einer sehr einfühlsam erzählten Romanze, die dieser Autor zu einer Nachbarin aufbaut, deren Tochter er Klavierunterricht gibt. Darüber gelangt er schließlich wieder die Möglichkeit, das Instrument selbst zu spielen. Das Buch hat mich nicht nur durch die sprachliche Schönheit sehr inspiriert und beeindruckt, sondern es ist auch spannend zu lesen und gut aufgemacht.
Ein krasser Abfall zu den Höhenflügen dieses Buches ist dagegen für mich das hochgefeierte „Karte und Gebiet“ von Michel Houellebecq gewesen. Auf der Umschlagsrückseite wird es von der ZEIT, der FAZ und der Süddeutschen hochgelobt. Loben die eigentlich alles, was schon mal Erfolg hatte? Die Kommentare der ZEIT und der Süddeutschen sind so kurz, dass man denkt, sie handeln im Auftrag der Boulevardpresse. Die FAZ rühmt das Buch als Gesellschaftsroman, nach dem Motto: endlich, endlich zeigt und Houellebecq mal wieder wie unanständig und böse alle sind und wie doch alles zerfällt und verfällt. Ich würde das Buch von daher eher als Dystopie einordnen: ein negativistisch gefärbtes Szenario der nahen Zukunft, in dem alle nur noch an sich denken, außer ein paar verklärten Leuten, die so etwas abartiges wie eine Familie gründen, alle auf käufliche Sexualpraktiken aus sind oder zumindest Frauen in die Kategorien der Käuflichkeit einordnen und die Chinesen heimlich die Welt übernehmen. Haaach Gottchen, denkt man da: der hat Probleme! Worum geht es: es geht um einen Künstler, der mit Porträtmalen seinen großen Durchbruch hat, schließlich auch Michel Houellebecq, den zurückgezogenen, empfindsamen Einzelgänger porträtiert, der dann (wahrscheinlich Zukunftsphantasie) bestialisch von einem Kunstsammler ermordet wird. Ach ja, der Hund von Houellebecq wird auch ermordet. Ich habe mehrere Bücher von Houellebecq gelesen, Elementarteilchen fand ich sogar gut, DAS ist vielleicht ein Gesellschaftsroman. In diesem Roman findet sich nur ein Abklatsch des analytischen Geistes wieder, den ich dort gefunden habe (die anderen Bücher fand ich nicht so berauschend, aber auch nicht so schlecht wie dieses hier). Es geht immer nur darum Verfall darzustellen, alles, was nicht rational ist, scheint als verkennende Illusion, ab und zu sind – fast wie Textbausteine – frauenverachtende pornographische Handlungen und Fantasien eingestreut. Ich war enttäuscht. Ich hatte gedacht: jetzt ist das Raumthema auch in der Literatur angekommen. Das ist ja ein Spezialthema von mir. Ich habe nicht mehr Raumthema entdeckt, als dass dieser Künstler Karten von Michelin abfotografiert. Vielleicht bin ich ja zu doof, das im übertragenen Sinn zu verstehen. Aber ich hatte auch nach der Lektüre keine Lust, mir dazu auch noch Gedanken zu machen.
Urlaubskolumne IV: Naturerlebnisse
6. September 2011Einmal fuhren wir in unserem Urlaub zur Grotta del Vento oder so. Man fuhr einen Berg hoch, links war der Berg, rechts der Steilhang, bei Gegenverkehr hing man gefühlt in der Luft, das war das erste Abenteuer. Wir fuhren recht einsam (zum Glück), da wir früh aufgebrochen waren. Dennoch war bei unserer Ankunft der Parkplatz fast voll und es gab keinen anderen Weg. Woher kamen die ganzen Leute? Ein Rätsel, das ich bis heute nicht aufgeklärt habe. Wir buchten eine zweistündige Führung durch die Grotten, denn ohne Führung darf man nicht hinein.
Das Positive zuerst: die Leute dort waren sehr nett. Sie versorgten uns gleich mit MP3-Playern, damit wir die Übersetzung der Informationstexte mithören konnten. Und die Luft darin war sehr gut: leicht salzig, kaum pollig. In der Grotte waren wir eine Gruppe von zirka 50 Leuten, ab und zu begegnete man anderen Gruppen der gleichen Größe, die sich auf den zirka 50 Zentimeter breiten Wegen aneinander vorbeiquetschten. Die Führer hatten die Texte auswendig gelernt und machten ihre vorgefertigten Witze (so viel italienisch verstand ich) in der gleichen Textmelodie, wie sie die Eigenschaften von Stalaktiten und Stalagmiten beschrieben. In der gleichen Emphase war der MP3-Text vorgetragen (der inhaltlich nicht uninteressant war). Ich musste dauernd an das Sams denken, eine Serie, die ich vor Jahren als Kind bei meiner Großmutter gesehen habe und in der zu einer Touristengruppe gesagt wird „Bitte knipsen sie jetzt!“ So kam ich mir auch vor.
Und wenn ich schon viele Leute auf einem Fleck stressig finde, so finde ich 40 Meter in die Tiefe zu gehen, auf einer steilen Wendeltreppe und bei Gegenverkehr gänzlich unwitzig (mir wird nämlich bei dieser Art Erlebnis immer sehr schlecht). Deshalb zählte ich die Stufen: 245. Ich raunte Brucelieh zu: „Sowas mache ich nicht mehr mit!“ Und Brucelieh zischte: „Ist auch besser so.“ Und versuchte mich dann noch zu begeistern: „Das ist von der Natur geschaffen.“ Woraufhin ich etwas giftig sagte: „Die Treppe auch?“ So hing der Haus- oder ich sollte an dieser Stelle doch besser sagen: der Höhlensegen, in der Grotte etwas schief. Das machte aber nichts, denn man musste sich ohnehin manchmal ganz schön in die Kurve legen, damit man Stalaktiten und -gmiten nicht zerstörte.
Brucelieh und ich sind ja schon lange zusammen und so haben wir uns angewöhnt nach solchen kleinen Nickeligkeiten miteinander vernünftig zu diskutieren. Ich setzte hinterher auseinander, dass ich Naturereignisse, die geführt werden und die in als Massenware produzierten Reiseführern gelistet sind, vielleicht doch der Autentizität entbehren, die sich ein Mensch wie ich (Ich-Botschaft) von einem Naturereignis erhofft. Brucelieh setzte mir auseinander, dass es andererseits kaum eine Möglichkeit gibt als Normalbürger solche Naturereignisse zu sehen. Wir einigten uns darauf, dass ich in Zukunft Fotos angucke, die er gemacht hat, wenn gesagt wurde „Bitte knipsen Sie jetzt!“
Urlaubskolumne III: Cities I’ve been to
2. September 2011Die Toskana bietet ja nicht nur Strand und Berge und Land, sie bietet auch eine Reihe namhafter Städte: Florenz, Pisa (nicht zu verwechseln mit der Studie, die in ihrem Titel an einen schiefen Turm denken lässt, was witzigerweise einmal von einem namhaften Erziehungswissenschaftler mit einem Buch „Schieflagen im Bildungssystem“ aufgegriffen wurde), Lucca, Sienna. Wir hatten uns Florenz und Lucca herausgesucht, allerdings die Option auf Pisa offengelassen. Diese Städte wollten wir besuchen. Nach Lucca brachen wir eines schönen Morgens auf und Yannik (TomTom) leitete uns selbstbewusst, aber nicht immer streckensicher nach Lucca. Wir nahmen einmal nicht die Autobahn, sondern fuhren, so wie man sich das aus Samstagsnachmittagsfilmen in ZDF immer vorstellt, an Zypressen und Pinien entlang, Berge hinauf und hinunter.
Lucca ist umgeben von einer alten Stadtmauer, die so breit ist, dass eine Straße über sie führt, die allerdings nur für Fußgänger und Radfahrer zugänglich ist. Und diese Straße wird auf der Stadtmauer von Kastanien umsäumt.Wir beanderten die halbe Stadtmauer, unser Ziel war der Markt. Italienische Märkte sind aber auch nicht mehr das, was sie mal waren. Zwar werden immer noch Katzen, Honig, Fleisch und Käse verkauft, aber den wesentlichen Anteil machen Stände aus, die Kleider aus Taiwan verticken. Barbie und MichaelA erstanden denn auch ein Kleid, ich nahm dafür das schlechte Gewissen entgegen. Bei unserem späteren Bummel durch die Altstadt stießen wir auf den Marktplatz, der auf den Grundfesten des ehemaligen Amphitheaters errichtet wurde. Das war sehr imposant. Die beiden Damen, die so entschlossenen Schrittes über den Markt gehen, sind Barbiegirl und MichaelA. Ich hatte schon lange nach einer schönen Ledertasche Ausschau gehalten (so seit einem Jahr), die etwas größer ist als meine Ledertasche, die ich seit 1999 aus einem Frankreichurlaub mitgebracht habe (wunderschön, auf einem Markt erstanden, richtig gutes Leder). Und in einem kleinen Handwerksgeschäft stieß ich auf sie: meine laptoptaugliche auf dem Rollkoffer zu befestigende Tasche. „Hast du nicht genug Taschen?“ brummte Brucelieh. Ich hatte ein Einsehen, dann bummelten wir weiter und mein Einsehen schwand dahin. „Keine ist so wie diese,“ quengelte ich. Also suchten wir durch die verschlungenen Gässchen wieder den kleinen Laden (dank Barbies Orientierungsvermögen), einen Familienbetrieb, der keine Hermes-Nachbauten oder Vuiton-Fälschungen verscherbelt.
Ich war danach glücklich und dachte: Konsum kann glücklich machen – besonders natürlich, wenn man schon lange nach etwas Aussschau gehalten hat. Barbie und MichaelA waren auch glücklich und Brucelieh war auch glücklich, weil er in einer Stadt war, die sehr schön und wenig überlaufen war – was mich auch froh stimmte. In unserer Hochstimmung fuhren wir dann über die Autobahn nach Cinqueterre, was nicht mehr in der Toskana, sondern in Ligurien liegt. Dort schauten wir uns den klimabegünstigten Küstenstreifen (so steht es im Reiseführer) etwas an und liefen etwas auf dem Via del Amore entlang – ein Fußweg entlang der Küste. Ich hätte nicht gedacht, dass er so heißt, weil man Kondome am Rand findet. Und ich überlegte auch, ob man nicht Kondome am Rand findet, weil der Weg so heißt. Guckte man allerdings auf das Meer, so fand man sich in einer wunderschönen Landschaft, vor schroffen Felsen, denen die Menschen seit Jahrhunderten ihr bisschen Leben abtrotzen und wo man im Sonnenuntergang herrliche Meeresfrüchte speisen kann (ich hoffe nicht Made in Taiwan).
Diese beiden Ausflüge unternahmen wir übrigens mit Freunden, die uns für 3 Tage besuchen gekommen waren. Das war sehr schön und angenehm mit ihnen. Bei unserem Ausflug nach Viareggio, einem Touristennest an der Küste, das im Reiseführer mit mondän beschrieben wird, und nach Florenz, einem riesigen Touristennest, waren wir dann wieder zu viert. Viareggio muss hier auch erwähnt werden, weil es ja der Ort war, wo wir Urlaub machten. Es gibt viele Geschäfte, in denen bei 34 Grad im Schatten, Pelze verkauft wurden und die nahmhaft waren: Gucci, Hermés und so weiter. Für uns jedenfalls kaum erschwinglich, denn wir würden für das gleiche Geld, was dort ein Outfit kostet, wahrscheinlich einen Kleinwagen kaufen. Auf dem Markt wurden die gleichen Klamotten wie in Lucca verkauft. Es gab eine leckere Pizzeria, die in einer ehemaligen Kirche war, da waren wir zwei Mal. Barbie und MichaelA waren zweimal am Strand, Brucelieh und ich einmal. Dann hatten wir genug von „Sonderangeboten“ und „Massageangeboten“ aller Art.
Florenz war dann auch noch ganz interessant, aber in der zweiten Urlaubshälfte wurde es derart heiß, dass es für uns kältegewohnte Deutsche kaum möglich war, sich zielorientiert fortzubewegen. Wir fuhren mit dem Zug, was ganz nett war und auch nicht so teuer. Wären wir mit dem Auto gefahren wären Maut und Parkplatzgebühr nebst der horrenden Bezinpreise genauso teuer gewesen. So schleppten wir uns denn morgens um 10 zum Dom und zur Brücke neben der Ponte Vecchio, um ein Bild zu machen (nebenstehend). Auf der Ponte Vecchio war so viel Betrieb, wie in Rüdesheim in der Drosselgasse. Dann schleppten wir uns bei 38 Grad im Schatten zu den Uffizien, verzichteten aber darauf hineinzugehen, denn man hätte drei Stunden anstehen müssen und unsere Wasserreserven waren aufgebraucht und uns waren die vatikanischen Museen noch gut in Erinnerung, durch die man zur so durchgeschoben wurde. Also bewunderten wir Michelangelos Skulpturen vor den Uffizien, soweit es die Sonne zuließ und hangelten und dann die Häuserwände entlang in eine klimatisierte Pizzeria und dann wieder zum Bahnhof.
Aufgrund der Massenaufläufe in Florenz und der hohen Temperaturen entschieden wir uns dann gegen Pisa. Wir waren auch schon einmal dort, da war es auch interessant, aber dieses Mal guckten wir uns dann lieber doch ehemalige römische Thermen in der Nähe an und suchten den Swimmingpool unseres Feriendomizils auf.
Urlaubskolume II: Die Toskana als Therapie
30. August 2011Angeregt von theomix’ Verweisen auf Robert Gernhardt, habe ich mir vor dem anstehenden Urlaub noch das Buch „Die Toskana-Therapie“ bestellt. Es handelt sich um ein satirisches Bühnenstück über einen Akademischen Rat und seine Frau, die in dem Haus eines Freundes – seines Zeichens Paartherapeut – alljährlich Urlaub machen, weil sie Ruhe finden wollen. Ständig gehen sie sich jedoch selbst auf die Nerven, stört sie die landwirtschaftliche Arbeit in den Olivenhainen oder kommen Leute zu Besuch, die sie und ihre Beziehung auf die Probe stellen. Dieses Buch habe ich genussvoll in Viareggio am Strand gelesen, denn unser Feriendomizil war ebensfalls ein alter Bauernhof, auf dem ab und an landwirtschaftlich gearbeitet wurde, worüber sich die Urlaubsgäste dann gebührend aufregten, obwohl sie ja gerade die bäuerliche Beschaulichkeit gebucht hatten. Das, so stellt sich am Ende heraus, sei alles Teil einer therapeutischen Intervention gewesen, die die Paar-Probleme (man beachte das Wortspiel) hervorbringen und bearbeiten sollte.
Zu den therapeutischen Wirkungen unseres Toskana-Urlaubes ist auch einiges zu sagen: Wir hatten dieses Domizil mehr als Kompromiss gewählt: es lag in der Nähe des Badeortes Viareggio, sah aber auf Google Earth aus, als liege es auch ein bisschen in den Bergen. Statt dessen lag es in einem ehemaligen Sumpfgebiet (die Gegend um Viareggio wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts voll entsumpft, um sie touristisch zu erschließen – davor gab es zwar ein paar Mönche, die sich ansiedelten und davor ein paar Römer, die das schon mal versucht hatten, aber die Welle des gegenwärtigen Entsumpfens wurde eben erst im 19. Jahrhundert eingeleitet). Die Mücken sind anscheinend zwar fixe Flieger, aber auch Nixschnaller in Bezug auf die Tatsache dass es sich um ein ehemaliges Sumpfgebiet handelte. Ich stellte mir hier wichtige Fragen – nicht die nach geographischen Zeitaltern und biologischen Rhythmen, sondern die, warum noch niemand eine Kombination aus Sonnencreme und Authan erfunden hat. Authan mit Lichtschutzfaktor oder Sonnencreme mit Mückenschutzfaktor. Wobei ich ja schon ganz froh bin, dass es inzwischen nicht-fettende Sonnencreme gibt, da ich es nicht mag, paniert zu sein. Nach einigen Tagen erstanden wir neben zusätzlichen Authan-Vorräten auch eine Großpackung Systral und stritten uns darum, wer mehr Mückenstiche hat, wer am meisten unter den Stichen leidet (eindeutig MichaelA Jackson und ich, weil wir allergisch reagieren) und wer wann die Tube mit der Creme haben darf. Therapeutisch war also zunächst die Maßnahme der medizinischen Behandlung der Stiche.
Die Toskana wirkt aber auch in weiterer Hinsicht therapeutisch. Weder dem Interchalet-Katalog, noch Google Earth war nämlich zu entnehmen, dass das Dominzil sozusagen ‘verkehrsgünstig’ liegt. Und so waren wir denn auch kurz nach der Autobahn und der Durchfahrt durch zirka 27 Kreisel an unserem Domizil. Die Wohnung an sich war sehr schön, aber landschaftlich schön im Sinne eines Toskana-Erlebens, wie man sich das aufgrund vorgefertigerter Kategorien so verstellt, war es nicht wirklich. Aber liegt nicht auch gerade hierin Therapie? Dass man sich von seinen vorgefertigten Denkmustern entfernt und einen neuen Zugang zur Wirklichkeit (wasauchimmerdasist) erhält? Ja. Und so lebten wir glücklich auf der Bauernhof-Insel zwischen Autobahn und Industriegebiet.
Es war allerdings wirklich schön, denn bei dem Haus war ein Swimming-Pool und wir haben täglich frisch gekocht mit sehr vielen landestypischen Zutaten, wir haben viel unternommen, hatten Besuch von Freunden, haben viel gelesen und viele Gesellschaftsspiele gemacht. Gesellschaftsspiele sind ja auch so etwas wie Familientherapie. Und so kamen zwischen Yatzee (aka Kniffel), Lügen-Max und Ligretto doch familienwichtige Themen auf den Tisch, für die man ja im Alltag immer so wenig Zeit hat.
Und schließlich sieht man, wenn man in einer Ferienwohnung untergebracht ist, all die anderen Familien, die kommen und gehen und mit denen man nicht tauschen möchte, weil die Erwachsenen, die Kinder oder beide komisch sind („Heinz-Peter, mach doch mal ein Foto“, „Mama, die Nöle hat mich nassgespritzt“ usw.). Das ist überhaupt der beste therapeutische Effekt eines Urlaubs: man wird auf sich zurückgeworfen, weil man nicht sein will, wie die anderen!
Und es doch ist.
Urlaubskolumne I: Verona
26. August 2011Mein Mann und ich waren vor 19 Jahren mit meinem Vater am Gardasee. Ich erinnere mich so genau daran, dass es vor 19 Jahren war, weil mir dauernd schlecht war, denn ich erwartete Barbiegirl. Eines Tages sagte mein Vater: „Lasst uns mal einen Ausflug nach Verona machen!“ Obwohl ich am liebsten dauernd rumgelegen hätte und gar keinen Ausflug gemacht hätte, stimmte ich zu. Mich reizte damals besonders die Aussicht, eine Stunde im klimatisierten Auto zu sitzen. In Verona gingen die Männer voran zu Julias Balkon und zur Adice und zum Castello, immer ein flottes: „Komm schon Mialieh“ auf den Lippen. Vor der Arena stand ein Kartenverkäufer. Mein Vater beschloss, dass wir in die abendliche Aufführung gehen. Dann kaufte er unglaublich viel Essen, was mir ein wenig peinlich war, denn ich dachte: wir gehen doch in die Oper und nicht zum Picknick.
Um Punkt sieben Uhr war Einlass und wir nahmen auf den Steinstufen Platz. Vor und hinter uns saßen Leute mit unglaublich viel Essen und dann aßen wir erst einmal, was ich schön fand, denn abends konnte ich immer gut essen (außer Überbackenes, das konnte ich nicht riechen, dann wurde mir schlecht, weshalb Brucelieh und mein Vater weder Pizza noch Lasagne essen durften). Wir gucken bei 28 Grad im Schatten La Bohéme, was im Winter spielt und genossen die Atmosphäre. Schon damals war für mich klar: das möchte ich noch mal machen.
Dann kamen Jahre, da waren die Kinder zu klein, um sie mit in die Oper zu nehmen, dann kamen Jahre da wollte ich nicht im Hochsommer nach Italien und schwupps waren 19 Jahre vorbei. Dann kam der letzte Winter und Barbiegirl lag uns in den Ohren: „Ich will sooo gerne nach Italien. Und guckt mal, wer weiß, wann ich noch mal mit euch fahre! Ich bin 18.“ Ich bin 18 ist ein Totschlagargument. Der Vorteil für 18jährige ist in diesem Alter, dass sie sagen können: ich bin 18! Und dann sind alle elterlichen Ratschläge dahin. Oder sie können sagen: ich bin doch dein Kind! Und dann muss man doch als Eltern agieren… Langer Rede kurzer Sinn, ich stimmte zu, wünschte mir aber – die Kinder sind ja groß – einen Besuch der Arena in Verona.
Und so kam es dann auch. Wir fuhren eines freitags los und fanden uns am späten Nachmittag in Verona, um abends Nabucco von Verdi zu gucken. Noch am Nachmittag gingen wir zu Giulias Haus und auf den Markt und zur Adice, ein Teil der Familie schleppte sich herum, da der Klimawechsel vom regnerischen Deutschland ins sonnige Italien den Kreislauf belastete – die Remineszenz hatte also etwas sehr authentisches… Wir kauften belegte Brote und gekühlte Getränke und begaben uns um 19 Uhr in die Arena, wo wir auf den Steinstufen Platz nahmen. Ich bemerkte schnell, dass – obwohl ich damals schon ausgewachsen war – die Steinstufen irgendwie enger besetzt waren. Man musste gucken, dass man nicht die Füße der anderen Menschen im Genick hatte, wenn die anderen Menschen, die ein Stufe höher saßen, die Beine übereinander schlugen. Es gab wieder die Eis- und Getränke- und Librettoverkäufer, um 21 Uhr kamen wieder die Leute mit den teuren Plätzen in Abendgarderobe ins Parkett, um 21.15 ging das Spektakel los. Ich hatte vergessen, wie anstrengend es ist, auf Steinstufen zu sitzen. Mit tat mein Hintern ganz schön weh, ich konnte aber keine Polster mehr ausleihen, weil ich schon vorher gesagt hatte, dass das rausgeschmissenes Geld sei, wir seien doch alle gut gepolstert. „Ich nicht,“ gab Barbiegirl an und durfte sich dann auf die Jacke ihres Vater setzen.
Der Kopf, den man im Vordergrund sieht, gehört übrigens weder George Clooney, noch dem norwegischen Kollegen von Brucelieh, wie dieser dauernd dachte.
Um 21.15 kam also das Orchester rein, alle entzündeten zuvor verteilte Kerzchen – ein alter Brauch, der darauf zurück geht, dass es, als die Arena im 19. Jahrhundert für den Opernbetrieb in Betrieb genommen wurde, noch keine Beleuchtungstechniker gab. Es war rührend! Die Musik war schön und ließ den schmerzenden Rücken vergessen. Beim Gefangenenchor setzte das Publikum gerührt, die Arena unter Wasser. Brucelieh und ich auch. Daraufhin war offensichtlich der Himmel gerührt und setzte die Arena auch unter Wasser. So wurde um 23.52 der vierte Akt abgesagt. Ehrlich gesagt, waren wir ganz froh, denn wir waren sehr müde.
Frauen und Karriere
23. August 2011Neulich war ich auf einem Familienfest, ja genau auf dem, wo 435 Anstöße genommen werden, wenn man nur mit Sekt- oder sonstigen Getränkegläsern einmal mit jedem anstößt. Vor dem Anstoßen, kommt es zu Begrüßungshandlungen. 435 Mal wird begrüßt: „Hallo, schön dich zu sehen, herzlich willkommen, danke für die Einladung.“ Das Übliche eben. Ich wurde dieses Jahr von einer Verwandten mit den Worten „Oioioi!“ empfangen. Ich übersetze an dieser Stelle die Formel „Oioioi“ für Leute, die nicht aus der Region Westerwald kommen: „Oioioi“ steht für „Ich bin gerade überfordert und kann die Situation nicht einschätzen, aber du bist in der Pflicht, sie mir so zu erklären, dass sie im Rahmen des mir gegebenen Wertehorizontes nachvollziehbar erscheint“. Ich finde „Oioioi“ ist eine angemessene Kurzformel, insbesondere dann, wenn über die Legitimität der Nachfrage Zweifel bestehen dürfen. Weiß man zum Beispiel nicht, ob man berechtigt ist, jemandem eine bestimmte Frage zu seiner Lebensführung zu stellen, dann kleidet man die Frage einfach in ein „oioioi“ und der andere darf den damit entstehenden weiten Interpretationsspielraum nutzen.
Konkreten Anlass zum „oioioi“ hatte ich meiner Verwandten wahrscheinlich dadurch gegeben, dass ich befördert worden bin und diese Beförderung ziemlich viele Reisen mit sich bringt. So sagte sie denn auch: „Mialieh. Die Beförderung. Oioioi!“ „Oioioi“ bittet aber nicht nur um Rechtfertigung, es stellt auch in Frage: „Ist das wirklich das Richtige?“ Mit der Nennung meines Namens und dem Stichwort auf einen inhaltlichen Bezug sind dabei wichtige Hinweise genannt. Ich, eine Frau von 41 Jahren, Mutter von zwei Teenagern, bin befördert worden. Der Kontext, wie die Tatsache geben erst den Anlass für das „oioioi“ und ich werde damit gebeten, mich rechtfertigend dazu zu verhalten. Nun hatte ich ja noch 29 weitere Begrüßungshandlungen auszuführen und habe das „oioioi“ nicht ernst genommen. Mein Fehler! Ich hätte nicht nur „ja“ sagen und mich wegdrehen sollen, vielleicht noch ein bisschen verwundert darüber warum nicht gesagt wurde „Mialieh. Die Beförderung. Herzlichen Glückwunsch!“ Nein. Ich hätte innehalten und verweilen müssen.
Nun dachte ich aber: ich bin 41 Jahre alt, ich kann befördert werden, wann ich will. Und sagte deshalb ein deeskalatives „Jaaa!“, was mehr wie ein „Tja“ klang. Das ist natürlich nicht nett. So kam es, dass mein Mann allseits bedauern erfuhr. Eine weitere Typik im Westerwald ist nämlich, dass immer schon vom Leiden der anderen gewusst wird, bevor die betroffene Person selbst davon weiß. „Brucelieh, du bist ein geduldiger Mann.“ Brucelieh nickte. Ja, er sei in der Tat ein geduldiger Mann. Jetzt hätte es eine Rückwendung geben müssen, um die Dynamik aufzuhalten. Ich hätte eingreifen müssen und vielleicht „oioioi“ schreien sollen, rufen, dass ich um Vergebung bitte und dass doch alles so komplex und kompliziert sei, aber ich deshalb kein Monster bin, das auf Kosten des Mannes karrieregeil durch die Welt jettet. Aber ich betrachtete die Situation nur und dachte: wahrscheinlich muss man die Zustimmung meines Mannes als subversiven Akt sehen. Subversion ist eine Haltung, die Subjekte einnehmen, wenn sie sich in Miniaturfiguren gegen die herrschende Ordnung stellen. Sie rufen keine Revolte aus, sondern verhalten sich minimal nonkonform. Und das hat ja Brucelieh auch gemacht. Er hat sich der Diskussion verweigert, indem er einfach allen zugestimmt hat.
Obwohl ich es ein bisschen ungerecht fand, dass er nicht einfach „nein, ich bin kein geduldiger Mann“ gesagt hat. Aber wenn man das einfordert, dann meinen immer alle, dass man sich der Emanzipation nur bedient, wenn man sie braucht und ansonsten auf Ritterlichkeit setzt. Emanzipiert sein wollen, aber die Rechnung nicht selbst begleichen: nee, nee, nee, so geht das nicht! Wo kommen wir da hin? Oioioi. Und schließlich wirkte die Subversion unbemerkt weiter, denn meine Verwandte war nicht zufrieden gestellt: der Mann leidet nicht angemessen, die Frau rechtfertigt sich nicht? Was bleibt da noch? Die Kinder. „Kümmerst du dich überhaupt noch um die Kinder oder läufst du immer gleich weg.“ Ich bin dann, in Einvernehmen mit Brucelieh, der mir geduldig (wie auch anders?) folgte und meinen (armen) Kindern gegangen, um nicht zu sagen weggelaufen (wie das so meine Art ist). Zu Hause kam ich nicht umhin, die Situation als „blöde Begegnung“ einzustufen und mit einzugestehen, dass ein Teil auch in die Kategorie „Eigene Blödheit, Nr. 3: Was ich alles hätte sagen können“ fällt. Eine Spitzenfrage, die ich hätte stellen können war die: warum gilt eine Beförderung bei Frauen als Anlass zur Sorge, während sie bei Männern als Ausdruck der FÜR-Sorge (für die Familie und die Frau und den Hund und das Haus) gesehen wird? Und doch scheint mir ein subversiver Akt gelungen zu sein, denn ich habe mich verabschiedet. Und mit Robert Gernhardt weiß man ja, dass formvollendete Abschiede heißen, dass man wiederkommen wird. Und dass man sich nicht der Situation der störenden Anwesenheit entziehen wird. Was da wohl noch auf mich zukommt? Oioioi!
Sommerrätsel
9. August 2011Aus dem Urlaub ein kleiner Gruß!
Auf besagtem Familienfest hat man ja immer viele Begegnungen. Drei Generationen zwischen 0,5 und 69 Jahren – da kommt schon was zusammen. Zahlenmäßig sind es inzwischen 30 Personen: zwei Großelternpaare, sechs Kinderpaare mit jeweils zwei bis drei Kindern. Wie viele Anstöße gibt es, wenn jeder mit jedem anstößt? Und wie kann man das berechnen?
Urlaub
5. August 2011Liebe Bloglesende…
ich bin bis 20.08. in Urlaub. Darum kann ich erst danach wieder moderieren und bloggen.
Viele Grüße
Eure Mia Lieh
Stille Post – bei der Bahn
4. August 2011Neues aus der Kategorie: Reisen mit der Bahn, Teil 527
Neulich gab es in der Familie Lieh ein Familenfest. Jährlich treffen sich die Kinder, Kindeskinder und Kindeskindeskinder von Opa Lieh (selig) im Garten von Tochter und Sohn nebst Familien. Ich war schon einige Tage mit Familie im Haus meines Vaters, ebenso meine Schwägerin mit meinem Neffen und meiner Nichte. Am Tag des Festes sollte auch mein Bruder dazukommen. Das Fest findet immer auf dem Land statt, aber mein Bruder wollte mit dem Zug anreisen. „Aber“ ist in diesem Zusammenhang richtig, weil man mit dem Zug aufs Land lange braucht. Ich mache das gelegentlich und dann freue ich mich immer, dass ich so lange gebraucht habe, und nachhaltig gereist bin. Und dann merke ich, dass man auch nicht mehr wegkommt.
Mein Bruder jedenfalls telefonierte zwei Tage mit meiner Schwägerin über unterschiedliche Bahnstrecken und Varianten, die für sie beide (die Kinder sind noch sehr klein) verträglich sind. Die verträglichste Lösung war schließlich: mein Bruder fährt 90 Kilometer Zug, mein Vater holt ihn in einem 40 Kilometer entfernten Ort ab. Kurz nachdem mein Vater aus dem Haus war, rief mein Bruder von seinem Handy aus an. Er erreiche meinen Vater nicht, dabei sei er falsch ausgestiegen und habe nun seinen Anschlusszug verpasst. Wir riefen also meinen Vater auf seinem Handy an und es klingelte im Wohnzimmer. Mein Bruder wollte dann meinen Vater ausrufen lassen und gab die Botschaft durch: „Herr Lieh soll wieder nach Hause fahren, es ist alles in Ordnung.“ Er beobachtete, wie der Bahnbeamte dem anderen Bahnhof mitteilte: „Herr Lieh soll wieder nach Hause fahren, seinem Sohn geht es gut.“
Eine Stunde nachdem mein Bruder hätte da sein sollen, kam mein Vater nach Hause und fragte, was mit meinem Bruder los sei? Wir erzählten es ihm. Er atmete erleichtert auf. Am Bahnhof habe man ihm mitgeteilt: „Herr Lieh soll wieder nach Hause fahren, seinem Sohn geht es besser.“

