Tagesschaum

13. September 2013

Ich habe diesen Hinweis Theomix zu verdanken. nun gucke ich es fast täglich: Tagesschaum. Es hilft einem über diesen merkwürdigen Wahlkampf und die merk(el)würdigen Wahlen, die anstehen.

 

http://www.youtube.com/user/WDRTagesschaum

Verfilmte Bücher

10. September 2013

Ich gucke ganz gerne Filme, deren Romanvorlagen ich vorher gelesen habe. So finde ich die Astrid-Lindgren-Filme gut gelungen. Als filmische Leistung sind die Bücher hervorragend umgesetzt, auch die Personen habe ich mir kaum anders vorgestellt. Auch die Harry-Potter-Verfilmungen haben mich beeindruckt. Besonders seit ich in den Leavesden-Sudios war, ist mein Eindruck verstärkt worden: Was da für ein Aufwand betrieben wurde! Wie viel Detailliebe und -treue doch darin steckt. Selbst wenn ich vorher skeptisch war, so habe ich doch einen sehr positiven Eindruck von den meisten der acht Filme.

Nun habe ich die beiden Verfilmungen der sehr berührenden und starken Romane von Jonathan Safran Foer gesehen: “Alles ist erleuchtet” und “Extrem laut und unglaublich nah”. Dabei ist mir folgendes aufgefallen: die Romane sind zum Teil so komplex, dass sich die komplette Realisierung vermutlich nicht umsetzen lässt. So fehlt bei “Alles ist erleuchtet” ein kompletter Handlungsstrang, in dem eine Art Ursprungserzählung der Familie, um die sich der Roman dreht, stattfindet. Das ist eigentlich nicht unwesentlich für den Rest der Erzählung. Aber der Film ist solide gemacht und kommt weitgehend ohne logische Brüche aus. Bei “Extrem Laut und unglaublich nah” geht es in erster Linie um den 11. September 2001, der Tag, an dem der neunjährige Oscar Schell seinen Vater verloren hat. Es geht aber gleichzeitig auch noch um den zweiten Weltkrieg, eine Bombennacht in Dresden und damit insgesamt um Verlust, Trauer und den Umgang damit. Die zweite Geschichte wird nur in winzigen Andeutungen erzählt. Damit ist der Film sentimental – das ist das Buch aber auch – er verliert jedoch auch ein wenig die Logik.

Das ärgert mich dann schon etwas. Der Film ist nicht schlecht, aber er ist in sich nicht eigenständig. Das ist das, was ich von einem Film erwarte: dass er selbständig eine Geschichte erzählen kann. Dabei finde ich es okay, wenn die Grundlage etwas verfremdet wird, noch mehr freut es mich allerdings, wenn die weitgehend übernommen wird. Aber Detailtreue bedeutet nicht zwingen Qualitätsverbesserung. So nervt es zum Beispiel, dass im letzten Teil von “Herr der Ringe” Frodo am Schluss stundenlang am Feuer steht und überlegt: Soll ich den Ring nun reinwerfen. Oder lieber doch nicht. Ich werf ihn jetzt rein. Ach nein, lieber doch nicht. Gähn. Ich war zwischen dem Anfang des dritten Teils und dem Ende zwei Stunden aus, kam wieder und NICHTS war passiert. “Die Vögel” hingegen das Gegenteil: dauert 115 Minuten und man hat die ganze Nacht was davon.

 

 

Alles bleibt anders

6. September 2013

Dies ist ein Titel von Herbert Grönemeyer, den ich eine zeitlang sehr gerne gehört habe. Ich habe ihn aber nicht deshalb aufgeschrieben, sondern weil mich seit geraumer zeit ein Gedanke umtreibt. Viele Menschen reden immer in Heutzutage-Sätzen. Heutzutage können sich die SchülerInnen nicht mehr konzentrieren, heutzutage ist das Abitur anspruchsloser als zu meiner oder deiner Zeit, heutzutage können Studierende keine komplexen Texte mehr verstehen, heutzutage ist die Jugend lustlos, das Alter beschwerlich, der Gemeinschaftssinn verloren gegangen usw. Das nervt mich! Immer soll überall nur Verlust sein!

Zugegeben: mir kommen auch oft “heutzutage”-Aussagen in den Sinn. Bei meiner ältesten Tochter im Bekanntenkreis sind 3 Leute, die auch 2 Jahre nach dem Realschulabschluss immer noch fieberhaft nach ihrer wahren Bestimmung suchen, anstatt dass sie eine vernünftige Ausbildung machen. Heute, ertappe ich mich beim Denken, ist der Anspruch immer hoch, sich durch einen Beruf auch selbst zu verwirklichen. Deshalb gibt es auch Beraterinnen, die einem sagen: verdien erst mal Geld und dann such dir ein schönes Hobby. Dazu brauchte es früher (!) keine Beraterin, da wurde geschafft und dann… Ich vergleiche dann automatisch mit meiner Jugendzeit und meiner Schulklasse. Gab es da Leute, die so lange auf der Suche waren? Gefühlt nein. Aber zwei sind mittlerweile auch schon gestorben. Eine aufgrund von Krankheit, eine wegen ihrer Drogensucht. “Heute,” sagte mein Großvater damals, als er von der Drogensucht meiner Mitschülerin erfuhr “wollen viele junge Menschen nicht mehr arbeiten, sondern sich nur vergnügen.” Die anderen stehen alle in Lohn und Brot. Aber eben auch erst mittlerweile. Manche haben jahrelang gesucht, bis sie etwas gefunden haben.

Als ich in die Schule gegangen bin hat mein Englischlehrer sich zum Teil die Haare gerauft, geschrien “o Tempora, o Mores!” (er konnte auch Latein, das hat er gerne blicken lassen) und gesagt, dass wir ja alle dumm seien, viel dümmer jedenfalls als seine Generation, die sich noch an Shakespeare abgearbeitet hat. Mein Deutschlehrer ebenso. Wir lasen “Die Glocke”, er hatte sie noch auswendig lernen müssen. Mein Lateinlehrer wurde puterrot und meinte, dass das Abschaffen der Prügelstrafe die Erklärung dafür sei, dass heutzutage keine Vokabeln mehr beherrscht würden. Und derselbe Englischlehrer, der von vor 25 Jahren meine Generation gegenüber der seinen herabgewürdigt hat, hat bei der 20-Jahresfeier eine damalige Abiturarbeit durchgeblättert und geseufzt: “So schwierige Aufgaben könnte ich heute von keinem Schüler mehr verlangen.” (“O tempora, o Mores!”). Eigentlich war meine Schulzeit von ganz schön vielen Herabwürdigungen geprägt.

Das ist heutzutage anders! Da haben ja Eltern und vor allem Kinder mehr Mitspracherecht. Und die Lehrerinnen und Lehrer sind viel freundlicher. Oder? Meine Töchter lehren mich anderes. Und so kommt mir in den Sinn den Spruch von Sokrates (“Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.”, http://www.gutzitiert.de/zitat_autor_sokrates_thema_jugend_zitat_11962.html) umzukehren: Die Älteren schwelgen immerzu in vergoldeten Erinnerungen. Sie pochen auf Manieren, verachten die Jugendlichen aufgrund ihrer alterstypischen Nicht-Festgelegtheit und arbeiten, anstatt das Leben zu genießen. Die älteren Leute setzen auf verkrustete Konventionen, schwadronieren in der Gesellschaft, meckern ständig an den Tischmanieren und der Haltung herum und tyrannisieren ihre Schüler.” Daraus folgt: eigentlich ist es doch ganz schön, nicht mehr zur Jugend gehören zu müssen. Da hat man es immer schwerer.

Lola rennt

3. September 2013

Ein FIlm, den ich immer wieder gerne gucke: Lola rennt. Eine eigentlich kurze Geschichte – die von lola und Manni – wird drei Mal in nterschiedlichen Varianten erzählt. Jedes Mal ändern sich kleine Details. Immer muss Lola in 20 Minuten quer durch Berlin rennen, um Manni vorm Verderben zu bewahren. Dabei muss sie 100.000 Mark (ja D-Mark!) aufbringen. Ihr Gerenne wird von einer super-tollen Musik unterlegt, die zum Mitwippen einlädt.

Sommer in Orange

30. August 2013

Vor ein paar Jahren in einem Programmkino gesehen und sofort geliebt: Sommer in Orange. Es geht um Sannyasin-Anhänger, die beschließen aufs Dorf zu ziehen – in die ländliche Idylle nach Bayern. Der Film spielt in den frühe 80ern und nimmt die damals “neue Landflucht”-Bewegung aufs Korn – sich selbst erfahrene orange gekleidete Meditationskünstler treffen auf traditionelle Bayern. Klingt abgedroschen, ist aber sehr witzig aufgemacht. Besonders als die Kinder aus der Kommune im Trachtenverein landen, treffen die Borniertheiten beider “Kulturen” hart aufeinander.

Der Gott des Gemetzels

27. August 2013

Jeder kennt das. Zwei Kinder – eigentlich miteinander befreundet – streiten. Die Eltern sind parteiisch für ihr jeweiliges Kind. Manchmal regen sie sich dann auch übereinander auf und geraten aneinander. In dem Film “Der Gott des Gemetzels” wird dieses Szenario auf die Spitze getrieben. Unter der Fassade bürgerlicher Besonnenheit und Offenheit füreinander geraten nicht nur zwei Ehepaare in einer New Yorker Wohnung aneinander, sondern auch die latenten Konflikte der Ehepaare werden offenbar. Dabei ist der Film nicht nur ernst und dramatisch, sondern auch von einer subtilen Komik, weil eben so deutlich wird, dass es den Eltern an einem gewissen Punkt nicht mehr vorrangig um die Streithähne geht und weil die (heutige?) elterliche Besorgnis um das Kind so auf die Spitze getrieben wird. Ein unbedingt sehenswerter Film. Auch deshalb, weil es wie ein Bühnenstück inszeniert ist.

Meine große Chance!

23. Juli 2013

Hier wittere ich endlichmeine große Chance!!! Kriegt ihr auch dauernd solche Mails?

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Lieber Begünstigten,

Weitere Informationen werden Ihnen nach Ihrer Bestätigung dieser Nachricht werden aus Sicherheitsgründen auf Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden offenbart.

Hiermit möchten wir Sie informieren, dass dein Erbe Mittel $ 20.580 Millionen Dollar ($ 20,580,000.00) in der Bank deponiert von Late Mr. Angelo Ihres Landes wurden von der Senatskommission für ausländische Überweisungen genehmigt worden. Der Fonds wurde gebilligt über Schlüssel Telex (WTT)-direct Überweisung nach dem Mandat der Zentralbank von XXX, dass alle ausstehenden und überfälligen Zahlungen / Fonds Begünstigten von diesem Monat sollten ausgeglichen werden gegeben freigegeben werden.

Inzwischen kam ein Mann auf der Bank vor wenigen Tagen mit einem Brief, die behaupten, Ihre wahre Vertreter. Hier ist seine Informationen:

Account Name: Hairy T.,
A / C #: IDR XXXXXX,
Name der Bank: Bank Central XXX (BCA) XXX City – XXX
Swift Code:XYZ.

Bitte teilen Sie hiermit empfohlen, auf diese ehrenvolle Amt mit sofortiger Wirkung zeigen, wenn Sie Mr. Hairy T.angewiesen haben, die Zahlung in Ihrem Namen zu erhalten, so dass die Bundesregierung nicht verantwortlich für die Zahlung in den falschen Account-Namen werden. Die Reserve Bank Board of Directors und der Senatsausschuss für ausländische überfällig Vererbung Fonds genehmigt haben und akkreditiert die Bank zu handhaben und übertragen alle ausländischen Erbschaft Fonds in diesem Jahr.

Wir sind jedoch gehen alle Zahlungen auf die Details, sagte Herr Hairy T. erteilen, wenn wir nichts von Ihnen hören, innerhalb der nächsten sieben Werktagen ab heute. Diese Maßnahme ist, um unnötige mix-up und die anschließende rechtliche Schritte gegen uns zu vermeiden.

Mit besten Grüßen,
Barr. Issockar Ammittag

Nacht auf dem Wasser

19. Juli 2013

Eigentlich hatte ich die Idee super gefunden, nur mal kurz nach Esbjerg zu fahren und von da aus mit der Fähre nach Harwich. Aber je näher der Tag unserer Schiffahrt rückte, desto schwummriger wurde mir bei dem Gedanken. Vielleicht wäre die See doch stürmisch. Vielleicht schließt sich die Heckklappe der Fähre nicht, vielleicht gibt es eine Havarie im Nebel… Wir reisten an, standen in der Schlange, fuhren auf das Schiff, wo uns routinierte und uniformierte Schiffsangestellte (Matrosen?)  eine Parklücke anwiesen. Routinen und Uniformen schaffen Sicherheit. Das geht mir auch im Fleugzeug so. Wenn man schon denkt, das Flugzeug befinde sich im Sturzflug und verwandelt sich gleich in eine Feuerkugel, teilen die Stewardessen noch Tomatensaft aus. Und tragen dabei gebügelte und livrierte Blusen. Da kann man gar nicht abstürzen. So bin ich konditioniert und so wirkte es auch auf dem Schiff. Die ersten zwei Stunden verbrachte ich draußen. Es gab Seegang, wahrscheinlich nicht nachvollziehbar für die weit seegereisten, aber ich empfand das schon als schaukeln. Das bedeutete auch, dass ich wenig zu Abend aß und eine neue Diätidee entwickelte (die sich allerdings am nächsten Morgen verflüchtigte). Aber ich saß brav draußen, guckte auf den Horizont und irgendwann machte mir das Schaukeln auch nichts mehr aus. Wenn man in der Kabine lag, war es eigentlich sogar recht angenehm – wie in einer Hängematte. Die Kabine war natürlich eng, aber nicht so eng wie ein City-Nightline-Abteil bei der deutschen Bahn. Die Betten waren verhältnismäßig breit und lang genug, das eigene Bad war in Ordnung. Wir ließen die oberen beiden Betten bis spätabends eingeklappt, so hatten wir es richtig gemütlich und konnten uns gut zurückziehen. Abends waren wir noch in der schiffseigenen Bar und haben alkoholfreie Cocktails und Mineralwasser getrunken. Ein Alleinunterhalter sang Hotel California und dergleichen und ich musste an den Spruch denken: “Ich bin einer von den 97% Musikern, denen Ruhm und Ehre nicht vergönnt ist.” Denn er war nicht schlechter als andere auch. In der Nacht habe ich recht gut geschlafen, trotz 4 Personen auf kleinem Raum, trotz Klimaanlage, trotz Schaukeln. Das Schaukeln war übrigens am Morgen weg. Das Fertigmachen haben wir uns gut aufgeteilt, Brucelieh und ich haben uns als erste fertiggemacht und sind dann eine halbe Stunde an Deck spazierengegangen, so dass die Mädels viel Zeit und Platz für sich hatten. Dann gingen wir frühstücken und es gab eine Mischung aus dänischem und englischem Frühstück mit Blick auf das Meer. Das Meer war diesig, das fand ich interessant. Wir waren nämlich bei Sonnenschein weggefahren und sobald wir auf dem offenen Meer waren, war es diesig. Ich fragte mich, da ich das Meer auf Fährüberfahrten nach England nur so kenne, ob das immer so ist? Vielleicht wegen der Verdunstung? Ich weiß es nicht. Wenn man Traumschiff-Filme sieht, sieht es ja nie diesig aus. Apropos Traumschiff: ich fand ja solche Traumschiff-Reisen immer schon suspekt. Aber dass nach dieser Reise auch meine Töchter sagten, das sei wohl doch genug, zwei Tage (oder anderthalb) auf dem Schiff zu verbringen, betrachte ich als Lernerfolg dieser Reise :-)

Musik

16. Juli 2013

Udo Lindenberg hat ein paar Lieder neu aufgenommen – mit anderen, jüngeren Künstlern zusammen. Mir gefällt Reeperbahn (mit Jan Delay) gut und Cello (mit Clueso):

Urlaub

12. Juli 2013

Ab heute bin ich für 3 Wochen weg! Ich hoffe, dass ich es bis zu meinem Urlaub dennoch geschafft habe, etwas sinnvolles für den Blog zu produzieren. Wenn nicht, vielleicht aus dem Urlaub. Diese Kreativpause wird hoffentlich meinen Glossen-Sinn wieder schärfen!


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